Das Kind im Mittelpunkt

Ein Grundmotiv unserer Erziehung ist die Begegnung: Das Kind, das Geborgenheit, Vertrauen, Schutz und Orientierung sucht, verlangt nach einem Ort für Erfahrungs- und Betätigungsmöglichkeiten, um sich in die Welt hinein zu stellen, sie zu erfahren und sich mit ihr zu verbinden. Diesen Ort bieten wir in unserem Waldorfkindergarten für Kinder ab einem Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt.

Dabei ist es unser Ziel, dem Kind die wichtigen Basiskompetenzen zu vermitteln, die es für sein weiteres Leben braucht und seine Entwicklung individuell und aktiv zu fördern. Grundlage unserer Arbeit ist die Waldorfpädagogik nach den menschenkundlichen Erkenntnissen Rudolf Steiners. Im Mittelpunkt steht das Kind, dessen Entwicklung vom Erwachsenen behutsam und verstehend begleitet werden soll. Die Waldorfpädagogik hat dabei die gesamte Entwicklung des jungen Menschen im Blick und fußt im Wesentlichen auf den drei Säulen:

Vorbild und Nachahmung: Ein wichtiges pädagogisches Grundprinzip ist das nachahmende Lernen des Kindes, das sich an der sinnvollen, vorbildgebenden Tätigkeit des Erwachsenen individuell entfaltet. Unsere Erzieherinnen sind für unsere Kindergartenkinder nachahmenswerte Vorbilder:

Sie achten auf ihre Sprache und sind sprachliches Vorbild, indem sie die Kinder mit wortreicher und bildhafter Sprache, mit Liedern, Reimen, Finger- und Puppenspielen sowie Märchen und Geschichten umgeben. An diesen kann das Kind seine eigene Sprache sowie Musikalität und Rhythmus ausbilden.

Sie achten auf ihre Gesten und eine liebevolle innere Haltung dem Kind gegenüber. In der Art und Weise wie sie miteinander umgehen, einander achten, wertschätzen und Konflikte handhaben, sind sie Vorbild für das Kind. Auch im Anlegen und Einhalten von sinnvollen Regeln sowie einem bewussten und achtsamen Umgang mit Mensch, Tier und Natur werden ethische und soziale Werte vorgelebt, die das Kind nachahmen kann.

Rhythmus und Wiederholung: Um Vertrauen, Freude und Stärke zu entwickeln, brauchen Kinder Verlässlichkeit und Sicherheit. Feste Rhythmen geben ihm in seiner Entwicklung Halt: Mit dem Kind erleben wir gemeinsam einen festen Tagesablauf, bei dem sich geführte und freilassendere Phasen harmonisch abwechseln. Wie die Wochen strukturieren wir auch den Kreislauf der Jahreszeiten. Gemeinsam begehen wir wiederkehrende Feste wie Ostern, Pfingsten, Erntedank, Martini, die Adventszeit und Weihnachten.

Pflege der Sinne und Phantasiekräfte (z. B. durch freies Spiel): Im Spiel machen Kinder vielfältige Erfahrungen mit sich selbst, ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen. Sie lernen im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen Grenzen und Regeln kennen und sie einzuhalten. Unser Ziel ist es, das Lernumfeld für das „freie Spiel“ pädagogisch sinnvoll zu gestalten und dem Kind geeignete Sinneserfahrungen und Spielmaterial anzubieten. Gerne nutzen wir dafür Naturmaterialien wie Hölzer und Wurzeln, Tannenzapfen oder Muscheln, aber auch Murmeln, Tücher und Malstifte. Gerade die einfachen Spielmaterialien sind geeignet, Schaffensfreude und Phantasie unserer Kinder zu wecken.