Klassenspiel „1984“ der 12. Klassen

Bühnenfassung von Luk Perceval nach dem gleichnamigen Roman von George Orwell in der deutschen Übersetzung von Frank Heibert

Tagblatt-Ausschnitt

Mit ihrem Klassenspiel 1984 brachte die Klasse 12ab George Orwells dystopischen Roman eindrucksvoll auf die Bühne. Die Inszenierung zeigte die Schreckensvision eines totalitären Überwachungsstaates, in dem Macht, Kontrolle und Gewalt den Alltag bestimmen und menschliche Freiheit systematisch zerstört wird. Gleichzeitig thematisierte das Stück Liebe, den Wunsch nach Widerstand und den Mut, die Wahrheit zu suchen – und schließlich das Scheitern daran.

Im Mittelpunkt stand Winston Smith, der im Staat Ozeanien unter der allgegenwärtigen Kontrolle von Big Brother lebt. Krieg, Überwachung und Manipulation von Informationen prägen diese Welt. Gemeinsam mit Julia wagt Winston den Versuch, sich dem System zu entziehen. Ihre Rebellion bleibt jedoch erfolglos und macht die Unmenschlichkeit des Regimes umso deutlicher.

Besonders an der Inszenierung war die Aufteilung der Hauptfigur: Winston Smith wurde von mehreren Schauspielern dargestellt. Dadurch wurde seine innere Zerrissenheit sichtbar, und sein individuelles Schicksal wurde zum Sinnbild für viele Menschen in Ozeanien. Die verschiedenen Darstellungen Julias standen im Gegensatz dazu für Nähe, Widerstand und gelebte Menschlichkeit.

Seit Beginn der ersten Januarwoche probte die Klasse 12ab täglich mit großem Engagement. Alle Schüler und Schülerinnen brachten sich mit viel Einsatz ein: Musik wurde komponiert und eingeübt, das Bühnenbild entworfen und gebaut, das Plakat gemalt, das Programmheft geschrieben, Choreografien einstudiert, Videos produziert sowie Lichttechnik organisiert. Am 24. und 25. Januar war der Festsaal jeweils vollbesetzt. Das Publikum verfolgte die inhaltlich eindringliche und anspruchsvolle Darstellung aufmerksam. Mit ihrem konzentrierten Spiel, dem hohen Zusammenhalt der Gruppe und den chorischen Elementen gelang der Klasse ein beeindruckendes, intensives Klassenspiel, das zum Nachdenken anregte.

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin www.felix-bloch-erben.de

Text von Johanna Sophia Müller (Regisseurin)

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