Die Abiturklassen in Baden-Württemberg haben seit letztem Jahr einen anspruchsvollen und spannenden Roman der zeitgenössischen Autorin Jenny Erpenbeck zu bewältigen, wenn sie eine literarische Erörterung schreiben wollen: „Heimsuchung“ (2007) handelt von einem Haus am Scharmützelsee und den Schicksalen der wechselnden Besitzerinnen und Eigentümer im Verlauf des letzten Jahrhunderts.
Für den diesjährigen Jahrgang, die Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse, kam ungeplant und unerwartet Hilfe in doppelter Weise: Erstens hielt Jenny Erpenbeck selbst eine passende Vorlesung im Rahmen der 38. Tübinger Poetikdozentur im letzten Jahr, die unsere Schülerinnen und Schüler teilweise bereits vorbereitend besuchten.
Und zusätzlich kam ausgerechnet in der vorletzten Woche. mitten in der Deutsch-Epoche, in der wir den Roman gemeinsam erarbeitet haben, die starbesetzte Verfilmung des Regisseurs Volker Schlöndorff in die Kinos.
Entsprechend bildete nach der gut überstandenen ersten Probeklausur in Vorbereitung auf das Abitur ein Kino-Besuch den konsequenten Abschluss dieses Themas. Das Gespräch über Möglichkeiten und Schwierigkeiten literarischer Verfilmungen im Anschluss hat dieser Roman-Erschließung eine besondere Dimension verliehen.




