420 Griffe, rund 2500 Lötstellen und eine Idee, die aus einer normalen Kletterwand ein digitales Trainingssystem macht: Die Kletter-AG der Tübinger Freien Waldorfschule hat mit ihrer selbst entwickelten Flashwall den 1. Preis beim bundesweiten Würth-Handwerkswettbewerb „MACH WAS!“ gewonnen.
Was auf den ersten Blick wie eine bunte Kletterwand aussieht, ist ein technisch anspruchsvolles Eigenbau-Projekt. Jeder Griff kann einzeln leuchten. Über ein Touchdisplay lassen sich Routen nach Schwierigkeitsgrad und Körpergröße auswählen, speichern und verändern. So entstehen hunderte Kletterrouten auf kleinstem Raum, ohne dass Griffe ständig umgeschraubt werden müssen.

Dazu kommt eine besondere Idee: Der Cursor lässt sich direkt in der Wand per Joystick steuern. So können neue Routen intuitiv erstellt und bearbeitet werden. Die Wand wird damit nicht nur zum Sportgerät, sondern zu einem digitalen Trainings- und Lernsystem.
Dafür mussten die Schülerinnen und Schüler tüfteln, löten, verkabeln, programmieren, testen und immer wieder verbessern. Holzbau, Elektronik und Klettersport kamen in einem Projekt zusammen. Das Ergebnis ist kein Ausstellungsstück, sondern eine Wand, die im Schulalltag wirklich genutzt wird.
Besonders spannend: Aus dem ausgezeichneten Schulprojekt ist inzwischen ein Konzept entstanden, das nun auch für andere Schulen verfügbar ist. Damit kann die Flashwall nicht nur in Tübingen Bewegung, Technik und Teamarbeit verbinden, sondern auch an weiteren Schulen neue Formen des Kletterns ermöglichen.
Der Sieg zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Schule nicht nur erklärt, sondern machen lässt. Am Ende leuchten nicht nur die Griffe – sondern auch eine Idee, die jetzt über Tübingen hinausstrahlt.
Die Kletter-AG der Waldorfschule Tübingen

