In der 10. Klassenstufe absolviert jede Klasse ein einwöchiges Vermessungspraktikum, bei dem die Schüler die Grundlagen der Landvermessung kennen lernen. Dazu fährt die Klasse zusammen mit der Mathematiklehrkraft und den Klassenbetreuern an einen geeigneten, meist abgelegenen Ort. Das Gelände wird aufgeteilt und in Kleingruppen mithilfe von präzisen Messinstrumenten, wie z.B. analogen Theodoliten, vermessen. Die sauber protokollierten Messwerte werden im Haus rechnerisch ausgewertet. Anschließend wird alles, was auf der Karte zu sehen sein soll, wie z.B. Häuser und Wege, ebenfalls vermessen, z.B. mit Hilfe von Winkelprismen.
Ungenaue Messungen werden nicht zu anderen Messungen passen und so folgt auf Nachlässigkeit das Nacharbeiten, bis alle Messungen ein Bild ergeben. Die Eigenverantwortlichkeit der Schüler wird dadurch gefördert, dass das Gelingen der gesamten Unternehmung vom Beitrag aller einzelnen Schüler abhängt. So ist neben Fachwissen, Präzision und Geschick im Umgang mit den Geräten insbesondere auch Teamarbeit gefordert.


Nach Abschluss der Messungen erstellen die Schüler jeweils eine maßstabsgetreue Karte vom gesamten Gebiet. Die in Bleistift gefertigte Karte wird schließlich mit Farbe individuell ausgestaltet.
In der Regel suchen wir für das Praktikum ein Selbstversorgerhaus, in dem die Schüler in den Arbeitsgruppen kochen und das Haus in Ordnung halten.
Die Erfahrungen und Erlebnisse dieser Woche werden in einem Tagebuch dokumentiert. Anschließend an das Praktikum berichten die Schüler in einem kleinen Vortrag vor den Eltern, erläutern dabei die Vorgehensweisen der einzelnen Messverfahren und präsentieren ihre Karten.
Im Feldmesspraktikum bekommt die Klasse somit einen Einblick in konkrete Anwendungsbeispiele der Mathematik und ins mathematisches Arbeiten und lernt die Vorteile einer genauen und strukturierte Arbeitsweise kennen, die durch gute Messergebnisse und geringeren Zeitaufwand belohnt werden.


