Gartenbau

Der Gartenbauunterricht an unserer Schule ist konzipiert von Klasse 6 bis Klasse 10, das heißt in einer Altersstufe, in der der Naturbezug nicht selbstverständlich gegeben ist. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6, 7 und 8 kommen einmal wöchentlich für 90 Minuten in den Schulgarten. Dort erwartet die Kinder und Jugendlichen ein vielfältiges Betätigungsfeld für zielgerichtetes und sinnvolles Eingreifen in die Natur, um Fruchtbarkeit und Vielfalt zu erhalten. Hier sind sie mit ihrer Tatkraft, ihrer Beobachtungsgabe und ihrem Einfühlungsvermögen gefordert. Sie lernen, Prozesse in der Natur zu erkennen und zu verstehen, und sie lernen, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen.

Die Schülerinnen und Schüler erleben den Jahreslauf mit allen Sinnen. Im Frühjahr werden die Pflanzen im Gewächshaus ausgesät und vorgezogen. Die Überschüsse bieten wir auf dem Jungpflanzenmarkt im Mai an.

Im Freiland findet die Frühjahrsbestellung statt. Die Pflänzchen müssen zur rechten Zeit ausgepflanzt oder direkt ins Freiland gesät werden, damit eine gute Ernte möglich ist. Die Pflege der Pflanzen während der Wachstumsperiode erfordert Sorgfalt und Geschicklichkeit. Dabei muss auf ihre Bedürfnisse eingegangen werden und es kommt auf jede Einzelne und jeden Einzelnen an.

Bald lassen sich schon die ersten Dinge ernten, etwa Salate, Kohlrabi, Radieschen und Kräuter oder Johannisbeeren.

Im Sommer kann man den Pflanzen in ihrer Üppigkeit beim Wachsen beinahe zuschauen. Gleichzeitig stellt die Arbeit in der sommerlichen Hitze eine besondere Herausforderung für die Kinder und Jugendlichen dar. Wie gut, wenn man sich dabei an saftigen Kirschen laben oder die Kräuter im Schatten abzupfen kann.

In den Sommerferien obliegt die Pflege des Gartens den Gartenbaulehrkräften und engagierten Freiwilligen.

Im Herbst folgen die Ernte und die Verarbeitung der geernteten Früchte. Mit unserer historischen Saftpresse stellen wir auf handwerkliche Weise leckeren Apfelsaft her. Zudem werden Marmeladen und Gelees, aromatische Tees, ein Kräutersalz aus Heil- und Gewürzkräutern sowie die traditionelle Suppenwürze aus frischem Gemüse zubereitet. Beim Martinimarkt, dem Basar der Schule, werden diese Erzeugnisse angeboten. Saisonal gereiftes Gemüse kann an unserem Verkaufstand am Schultor erworben werden.

Das Gartenjahr rundet sich mit Adventskranzbinden, Trockenblumengestecken und Kerzenziehen. Selbstverständlich gehen wir auch in der kalten Jahreszeit hinaus, um den Garten umzugraben und wärmen uns dann z. B. bei einer selbst gekochten Gemüsesuppe aus eigener Ernte wieder auf.

Die neunte Klasse gestaltet, erneuert und verändert den Garten in der Garten- und Landschaftsbauepoche.

Die zehnte Klasse befasst sich mit der Veredelung und Pflege der Obstbäume. Dabei darf jede Schülerin und jeder Schüler zwei Obstbäumchen veredeln und mit nach Hause nehmen, dort die Pflege selbst in die Hand nehmen oder die Bäumchen weiterschenken.

Ein besonderes Element in unserem Schulgarten sind die Ziegen und die Schafe, die von allen sehr geschätzt werden. Einmal darf man ihnen Futter aus dem Garten oder der Küche bringen, ein anderes Mal werden sie auf die Weide geleitet oder in den Stall gebracht. Besonders gerne kommen sie mit auf den Waldspaziergang. Mit ihrem Mist helfen sie uns, die Fruchtbarkeit im Garten zu erhalten und zu verbessern.

Auch Bienen bevölkern den Garten und helfen bei der Bestäubung der Pflanzen.

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