Russisch in der Unterstufe

An unserer Schule werden schon ab der 1. Klasse zwei Fremdsprachen unterrichtet: Entweder Englisch und Französisch oder Englisch und Russisch.

In den Klassen 1-3 wird Russisch in der ganzen Klasse unterrichtet, in Begleitung der Klassenlehrerin oder des Klassenlehrers, und zwar in sogenannten Epochen: Abwechselnd drei Wochen Englisch und dann drei Wochen Russisch. Der Unterricht dauert in den Klassen 1 und 2 – 30 Minuten und ab Klasse 3   – 45 Minuten und findet viermal pro Woche statt. Ab der 4. Klasse wird die Klasse für den Unterricht in zwei Gruppen geteilt.

Die Unterstufe ist das „Goldene Zeitalter“ für den Fremdsprachenunterricht. Bis zum 9. Lebensjahr sind die Nachahmungskräfte beim Kind noch stark genug, dass sie die Sprache rein durch das Hören aufnehmen können. Der Russischunterricht ist darum in den ersten zwei Jahren ein rein mündlicher Unterricht. So wie die Kinder ihre Muttersprache erlernt haben, so lernen sie auch die russische Sprache. Es geht darum, die Kinder den Klang der russischen Sprache erleben und so viel wie möglich mit- und nachsprechen zu lassen – was sie meist auch gerne tun.

Am Anfang wird im Kreis unterrichtet. Wir singen Volkslieder und tanzen dazu kleine Reigen, sprechen im Chor Gedichte mit vielen Wiederholungen und spielen verschiedene Reigenspiele. Die Kinder bekommen in den ersten zwei Jahren drei russische Märchen erzählt und als Puppenspiel aufgeführt: Tjeremok („Häuschen“), Rjepka („Rübe“) und Kurotschka Rjaba („Das Huhn Rjaba“), welche sie dann auch inszenieren. Eins davon zeigen die Kinder als Zweitklässler den Erstklässlern, wobei einige mutige Kinder sich schon getrauen, einzeln kleine Rollen zu sprechen.

Gegen Ende der dritten Klasse gehen wir stärker zum Vor- und Nachsprechen über, auch wird mehr einzeln gesprochen. In der dritten Klasse beginnen wir spielerisch, russische Buchstaben zu lernen. Jetzt entstehen auch unsere ersten Hefte: Ein Buchstabenheft mit russischen Buchstaben und schönen Bildern dazu.

 

Das Märchenheft „Das Huhn Rjaba“ (das wir schon aus der zweiten Klasse kennen). „Baba“ (Oma) weint und „Djed“ (Opa) weint, weil das Ei zerbrochen ist – bis das Huhn Rjaba das Goldene Ei bringt.

Thematisiert werden in diesen ersten Jahren Körperteile, Farben, Tiere, Zahlen und andere alltägliche Dinge. Eine deutliche Intonation und sinnhafte Gesten ermöglichen es den Kindern, zu dem Gesprochenen adäquate Vorstellungen zu bilden.

In der 4. Klasse werden die Texte, die die Kinder schon auswendig können, in die Hefte aufgeschrieben.

Es werden auch neue Lieder gesungen, neue Texte gesprochen, Bilder beschrieben und kleine Szenen inszeniert.

Ab der 5. Klasse will das Kind verstehen, was im Unterricht geschieht. Der Russischunterricht wird entsprechend anders gestaltet. Es wird weiterhin viel rezitiert und gesungen, aber auch viel mehr in Dialogen oder einzeln gesprochen, geschrieben und gelesen. Das erste Vokabelheft entsteht. Behutsam wird die Grammatik eingeführt, und zwar aus der Beobachtung an bekannten Texten, die ja voller Grammatik sind. Thematisiert werden Jahreszeiten, Monate, Wochentage, Schulunterrichte, Berufe und vieles mehr.

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